padova prato della valle

Padua

Padua gilt als “Hauptstadt der Malerei des 14. Jahrhunderts”, da seine vielen Kunstwerke aus dem 14. Jahrhundert die große Bedeutung der Stadt für die Entwicklung der Kunst in der westlichen Welt begründen. Seit 1222 hat die Stadt eine renommierte Universität, die zu den ältesten der Welt zählt. Als Sitz von einer der größten und ältesten Diözesen Italiens wird sie auch Città del Santo (Stadt des Heiligen) genannt, was sich auf den Heiligen Antonius bezieht, den portugiesischen Franziskanermönch, der einige Jahre in der Stadt wohnte und 1231 hier starb. Die sterblichen Überreste des Heiligen werden in der Basilika Sant’Antonio verwahrt, die dadurch zu einem bedeutenden Pilgerziel geworden ist.

Die Besiedlung dieses Gebiets ist ab dem 10. Jahrhundert v.Chr. belegt, und zwar an der Stelle, an der sich die heutige Innenstadt befindet. Der Legende nach geht die Gründung von Padua auf das Jahr 1132 v.Chr. zurück und ist dem trojanischen Prinzen Antenor zu verdanken, der dem brennenden Troja entkommen war. 226 v.Chr. vereinigte sich Padua mit Rom und ab 49 v.Chr. wurde es zum römischen Munizipium. Zur Zeit des Römischen Reichs wurde die Stadt dank der Verarbeitung der Wolle, die von den Weiden von Asiago herkam, immer reicher. Zahlreiche Straßen verbanden Padua mit den anderen Städten, die zu jener Zeit von Bedeutung waren. Während der Einfälle der Barbaren wurde es mehrmals ausgeplündert, erst im 5. Jahrhundert von den Hunnen, dann im 7. Jahrhundert von den Langobarden und schließlich im 9. Jahrhundert von den Magyaren. Im Spätmittelalter wurde Padua zur Freien Stadt und schloss sich dem Veroneser und dem Lombardenbund in den Kämpfen gegen den Kaiser Friedrich Barbarossa an. 1318 geriet es unter die Herrschaft von Carrara und wurde dann 1405 von der Republik Venedig eingenommen. In den darauffolgenden vier Jahrhunderten genoss Padua den durch die Zugehörigkeit zu Venedig garantierten Frieden und Wohlstand. Mit dem Fall der Serenissima (1797) wurde die Stadt von Napoleon Bonaparte an Österreich abgetreten. Im Jahr 1866, nach dem dritten Unabhängigkeitskrieg, wurde Padua Teil des Italienischen Reiches.

Sehenswürdigkeiten: Die Basilika Sant’Antonio ist eine der größten Kirchen der Welt und wird jährlich von mehr als sechs Millionen Pilgern aufgesucht. Sie ist eine der wichtigsten und meistbesuchten Wallfahrtskirchen der Christenheit. Als päpstliche Basilika obliegt ihre Verwaltung der Zuständigkeit des Heiligen Stuhls. Die Stelle, an der sie sich erhebt, gehörte im Mittelalter zum Randbezirk der Stadt, wo sich die kleine Kirche Santa Maria Mater Domini der Minoritenmönche befand. Hier hatte der Heilige Antonius verweilt. Neben der Kirche wurde 1229 – vielleicht sogar von dem Heiligen selbst – ein Franziskanerkloster gegründet. Als Antonius starb, wurde sein Leichnam seinem Wunsch gemäß in dieser kleinen Kirche begraben. Kurz darauf begannen sich an seinem Grab Wunder zu ereignen, die Pilger anzogen. Die Stadtobersten forderten die Heiligsprechung von Antonius. Dieser Vorgang ging binnen sehr kurzer Zeit vonstatten: Bereits 1232 wurde er von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Ein Jahr nach seinem Tod beschloss man, an Stelle des ursprünglichen Marienkirchleins eine neue Kultstätte zu errichten, die in ihrer Größe der zunehmenden Zahl von Pilgern gerecht würde. Die kleine Kirche wurde zum Kernstück des künftigen Bauwerks, d.h. die alte kleine Kirche wurde in die neue Basilika als Cappella della Madonna Mora eingegliedert. Die Basilika wurde 1310 fertiggestellt. Der Domschatz wird in der Kapelle der Reliquien verwahrt und besteht aus wunderschönen Reliquien, zu denen auch das Kinn und die unversehrte Zunge des Heiligen gehören. In einer Glasvitrine sind Bestandteile der Forschungen über den Körper des Heiligen vom Januar 1981 ausgestellt (kleine Stücke der Mönchskutte des Heiligen, die Holzkästen, in denen sich die Knochen des Heiligen befinden, die Tücher, in welche die Kästen eingeschlagen waren, und eine Inschrift von 1263, welche die erste Überführung des Körpers des Heiligen belegt). Weiterhin verdient die Basilika-Kathedrale Santa Maria Assunta, der Dom der Stadt, einen Besuch. Am Bau der Kultstätte, die in ihrer heutigen Form aus dem 16. Jahrhundert stammt, wirkte auch Michelangelo Buonarroti mit. Die Cappella degli Scrovegni liegt in der Altstadt und besticht mit dem berühmten Freskenzyklus von Giotto aus dem 14. Jahrhundert. Der Palazzo della Ragione, der einstige Sitz des Gerichts der Stadt, wurde ab 1218 gebaut und 1306 um eine Etage erhöht. In dieser obersten Etage befindet sich der Ratssaal, der größte “schwebende Saal” der Welt. Zum Palazzo Comunale von Padua gehört der Palazzo del Bo, der seit 1493 Sitz der Universität ist. Von aus Bologna stammenden Dozenten und Studenten gegründet, wurde die Uni im Jahr 1222 offiziell anerkannt. Der Bauwerkskomplex gehörte ursprünglich der Familie Papafava und dann einem Metzger, der ihn 1405 vom Stadtherrn als Dank für die Versorgung der Stadt mit Fleisch während der Belagerung geschenkt bekam. Der Fleischer betrieb darin ein Gasthaus, das “Albergo del Bove”. Dieses Haus wurde 1539 zur Universität, doch der Name “Palazzo del Bo” ist bis heute geblieben, auch weil die Hochschule beschloss, den Ochsenschädel in ihrem Wappen zu behalten. Prato della Valle geht dagegen auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück und ist mit seinen 88620 m² Fläche der größte Platz der Stadt und einer der größten Plätze Europas. Sein besonderes Merkmal ist seine zentrale “Insel”, die “Isola Memmia”, die von einem Kanal umgeben ist, dessen Ufer von zwei Statuenreihen gesäumt ist. Während der römischen Zeit und im Frühmittelalter hieß der Platz “Campo di Marte” und war Schauplatz militärischer Zusammenkünfte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er als Marktplatz und für Jahrmärkte genutzt. 1767 ging der Besitz des Prato della Valle vom Justinenkloster an die Stadtverwaltung über.